Elektrotherapie mit Reizstrom

Der Begriff Reizstrom umfasst eine Reihe von Therapieformen, bei denen Gleichstrom oder niederfrequente und mittelfrequente Wechselströme zur Stimulation eingesetzt werden. Reizströme wurden bereits um 1900 von dem Physikochemiker Walther Nernst und seinen Mitarbeitern wissenschaftlich untersucht. Die natürliche Leitfähigkeit des menschlichen Organismus wird genutzt, um mit elektrischem Strom verschiedene Gewebe zu stimulieren. Der Einsatz von Reizstromgeräten dient der Schmerzlinderung, der Behandlung von Neuralgien, Durchblutungsstörungen oder orthopädischen Erkrankungen. 

Wirkungsweisen

Reizstrom kann schmerzlindernd, durchblutungsförderndund entspannend wirken. Ferner wird durch den Reiz die Muskulatur gekräftigt, der Stoffwechsel angeregt und die Durchblutung gefördert.

Indikationen

Die Reizstromtherapie hat sich für viele Patienten bei folgenden Leiden als sinnvolle Ergänzung erwiesen:

-       Funktionelle Durchblutungsstörungen

-       Arterielle Verschlusskrankheit

-       Sudeck Syndrom

-       Fazialisparese (als Vorbehandlung)

-       Schmerzen

-       Nerven-Kompressionssyndrome

-       Arthrose

-       Morbus Bechterew

-       Sehnenscheidenentzündungen

-       Venöse Ulzera/Dekubitus

-       Verzögerte Wundheilung/Knochenheilung

-       Osteoporose

-       Muskelschwäche

-       Fehlendes Muskelgefühl

-       Überlastung der Muskulatur

-       Schmerzhafte Verspannungen

-       Hämatome/Ödeme nach einem Trauma

Kontraindikationen

Nicht empfohlen wird die Behandlung mit Reizstrom bei folgenden Problematiken:

-       Metallimplantate im Stromgebiet bei Galvanischem Strom/unipolarem Strom

-       Akute Entzündungen/Erkrankungen/Fieber

-       Herzschrittmacher

Dosierung und Dauer

Dosierung und Dauer sowie die Häufigkeit der Behandlung hängt von dem zu behandelnden Leiden (chronisch oder akut) und der verwendeten Stromart ab.

So kann die Dauer von 5 Minuten mehrmals täglich bis zu 20 Minuten 2-3x wöchentlich variieren.